Motorfehlercode P0135 weist auf eine defekte Lambdasonde hin. Erfahren Sie, wie Sie die Ursache selbst beheben und teure Reparaturen am Fahrzeug vermeiden.

Der Fehlercode P0135 zeigt eine Fehlfunktion im Heizkreis des Sauerstoffsensors (Bank 1, Sensor 1) an – kurz: die Lambdasonde vor dem Katalysator heizt nicht korrekt. Deshalb leuchtet die Motorkontrollleuchte auf. Zum Glück ist das Problem in den meisten Fällen günstig lösbar.
Dieser Artikel erklärt Ursachen, Diagnose und Reparatur – damit Sie unnötige Werkstattkosten vermeiden.
Was genau bedeutet der OBD-II-Code P0135?
Der Fehlercode P0135 gehört zu den sogenannten OBD-II-Diagnosecodes (On-Board Diagnostics II), die seit 1996 in allen Fahrzeugen mit Ottomotor und seit 2001 in Dieselfahrzeugen verpflichtend sind. Der Code setzt sich dabei logisch zusammen:
- P steht für „Powertrain“ – also Antriebsstrang, Motor und Getriebe.
- 0 bedeutet, es handelt sich um einen genormten, herstellerübergreifenden Fehler nach SAE/ISO-Standard.
- 1 weist auf den Bereich „Kraftstoff- und Luftdosierung sowie Emissionsregelung“ hin.
- 35 ist die spezifische Fehlernummer.
Zusammengefasst bedeutet P0135 also: „Fehlfunktion des Heizkreises des O2-Sensors – Bank 1, Sensor 1.“ Dabei ist Bank 1 die Motorseite, auf der sich Zylinder 1 befindet. Sensor 1 bezeichnet außerdem die Regelsonde vor dem Katalysator (auch Vorkat-Lambdasonde genannt), nicht die Monitorsonde dahinter.
Das Motorsteuergerät (ECU/ECM) überwacht den Heizstromkreis der Lambdasonde kontinuierlich. Sobald der Widerstand des Heizkreises die zulässigen Grenzwerte über- oder unterschreitet oder die Stromaufnahme anormal ist, legt das Steuergerät den Code P0135 ab und aktiviert die Motorkontrollleuchte.
So funktioniert die beheizte Lambdasonde
Um P0135 vollständig zu verstehen, ist es zunächst wichtig, die Funktion der Lambdasonde zu kennen. Die Lambdasonde – auch O2-Sensor oder Sauerstoffsensor genannt – misst den Restsauerstoffgehalt im Abgas. Auf Basis dieser Messwerte regelt das Motorsteuergerät fortlaufend das Luft-Kraftstoff-Gemisch, um einen optimalen Lambdawert von 1,0 (stöchiometrisch) zu erreichen. Dadurch arbeitet der Motor effizient, und der Katalysator funktioniert korrekt.
Das Problem dabei ist jedoch: Eine kalte Lambdasonde liefert keine zuverlässigen Messwerte. Deshalb besitzen moderne Lambdasonden ein internes Heizelement, das den Sensor innerhalb weniger Sekunden nach dem Motorstart auf die nötige Betriebstemperatur von ca. 300–400 °C bringt. Dieser Heizkreis wird direkt vom Motorsteuergerät gesteuert und mit Bordnetzspannung (12 V) versorgt.
Je schneller die Sonde ihre Betriebstemperatur erreicht, desto früher kann das Steuergerät das Gemisch präzise regeln. Deshalb hat ein defekter Heizkreis, wie ihn P0135 anzeigt, direkten Einfluss auf die Gemischbildung – besonders in der Warmlaufphase des Motors. Zudem beeinflusst ein fehlerhafter Heizkreis unmittelbar die Emissionswerte und damit auch die Abgasuntersuchung (AU).
Symptome: Woran erkennen Sie den Fehlercode P0135?
In vielen Fällen ist die aufleuchtende Motorkontrollleuchte (MKL, „Check Engine“-Leuchte) das einzige und auch auffälligste Symptom. Darüber hinaus können jedoch weitere Anzeichen auftreten, die auf P0135 hinweisen:
Typische Symptome im Überblick:
- Motorkontrollleuchte leuchtet dauerhaft – das häufigste und oft einzige Anzeichen
- Unruhiger Leerlauf – besonders in der Kaltstartphase, da die Gemischregelung verzögert arbeitet
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch – weil das Steuergerät ohne korrekte Sondensignale das Gemisch nicht optimal regeln kann
- Leichte Leistungseinbußen – vor allem beim Beschleunigen aus dem Stand
- Rauer Motorlauf – bis die Abgase heiß genug sind, um den Sensor auch ohne Heizung auf Temperatur zu bringen
- Beißender Geruch aus dem Auspuff – als Zeichen eines suboptimalen Verbrennungsgemisches
- Erhöhte Schadstoffemissionen – die Hauptursache für ein Durchfallen bei der Abgasuntersuchung
Wichtig zu wissen: Sobald der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, verschwinden viele Symptome oft wieder. Deshalb unterschätzen viele Fahrzeughalter den Fehler P0135 – obwohl er längerfristig zu ernsteren Folgeschäden führen kann.
Ursachen: Warum tritt P0135 auf?
Die Ursachen für den Fehlercode P0135 lassen sich übersichtlich in wenige Hauptkategorien einteilen. Außerdem ist die gute Nachricht: Die häufigste Ursache ist vergleichsweise einfach und günstig zu beheben.
Durchgebrannter Heizdraht im Sensorinneren
Die mit Abstand häufigste Ursache für P0135 ist ein durchgebranntes Heizelement innerhalb der Lambdasonde selbst. Dieses Element ist nicht reparierbar – in diesem Fall muss die Sonde vollständig ausgetauscht werden. Besonders bei Fahrzeugen mit hohem Kilometerstand (ab ca. 100.000 km) tritt dieses Problem gehäuft auf, da das Heizelement durch die ständige thermische Beanspruchung ermüdet.
Schlechter Kontakt im Steckverbinder
Ebenfalls sehr häufig sind Oxidation oder Korrosion am Steckverbinder der Lambdasonde. Feuchtigkeit kann in den Kabelbaum eintreten und die Kontakte angreifen. Deshalb sollte der Stecker stets zuerst geprüft werden, bevor teure Teile ausgetauscht werden. Eine gründliche Reinigung mit Kontaktspray (z. B. WD-40 Specialist Kontaktreiniger) kann in diesen Fällen ausreichen, um den Fehler dauerhaft zu beheben.
Kabelbruch oder Kurzschluss in der Heizleitung
Besonders an Stellen, wo der Kabelbaum in der Nähe heißer Auspuffteile verläuft, können die Kabel mit der Zeit scheuern, schmelzen oder brechen. Ein solcher Kabelbruch direkt hinter dem Stecker der Lambdasonde ist ebenfalls eine typische Ursache – und wird häufig übersehen, weil der Defekt äußerlich kaum sichtbar ist. Erfahrungsberichte aus Fachforen zeigen, dass manchmal sogar nach dem Austausch der Sonde der gleiche Fehlercode wiederkehrt, wenn der eigentliche Kabelbruch nicht gefunden und repariert wurde.
Defekte Sicherung des Heizstromkreises
Bei einigen Fahrzeugmodellen – darunter bestimmte Fiat, Opel und Ford-Varianten – ist der Heizstromkreis der Lambdasonde über eine separate Sicherung abgesichert. Deshalb lohnt es sich, vor allen anderen Prüfungen zunächst den Sicherungskasten zu überprüfen. Eine durchgebrannte Sicherung ist innerhalb von Minuten und für wenige Cent behoben.
Kontamination durch Öl oder Kühlmittel
Ölaustritt durch eine defekte Ventilschaftdichtung oder undichte Zylinderkopfdichtung kann die Lambdasonde von innen kontaminieren. Ebenso können Kühlmittelrückstände im Abgasstrom den Sensor schädigen. In diesen Fällen ist die Lambdasonde zwar messbar beschädigt, das eigentliche Problem liegt jedoch anderswo im Motor.
Defekter Kühlmitteltemperatursensor
Weniger bekannt, aber durchaus relevant: Ein fehlerhafter Kühlmitteltemperatursensor (KMT) kann dazu führen, dass das Steuergerät den Heizkreis der Lambdasonde nicht korrekt ansteuert. Deshalb kann P0135 auch ohne direkten Defekt an der Sonde selbst auftreten.
Defektes Motorsteuergerät (ECU)
Die seltenste Ursache ist ein fehlerhaftes Motorsteuergerät selbst. Dieser Fall tritt jedoch nur sehr selten auf und sollte erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen wurden.
Welche Fahrzeuge sind von P0135 besonders häufig betroffen?
Grundsätzlich kann der Fehlercode P0135 bei jedem Fahrzeug mit OBD-II-System auftreten – also prinzipiell bei allen Benzin-Pkw ab Baujahr 1996. Dennoch tritt der Code bei bestimmten Modellen und Marken besonders häufig auf:
- Volkswagen Golf, Passat und Polo – insbesondere mit 1,4- und 1,6-Liter-Saugmotoren
- Audi A3 und A4 – vor allem ältere Generationen mit Vier-Zylinder-Benzinmotoren
- BMW 3er und 5er – häufig bei Modellen mit N-Motoren und hohem Kilometerstand
- Mercedes-Benz C- und E-Klasse – besonders bei älteren Vierzylindervarianten
- Opel Astra und Vectra – bekannte Problemkandidaten aufgrund des anfälligen Kabelbaums
- Ford Focus und Mondeo – ebenfalls regelmäßig vertreten in Diagnoselisten
- Toyota Corolla und Yaris – vor allem ältere Generationen mit gealterten Sensoren
- Honda Civic und CR-V – häufig nach hohen Laufleistungen
- Fiat Punto, Bravo und Freemont – oft aufgrund von Kabelproblemen direkt am Stecker
- Volvo S60 und V70 – ebenfalls auffällig häufig in Werkstattrückmeldungen
- Skoda Octavia und Fabia – da viele Aggregate mit VW-Konzernmotoren geteilt werden
- Seat Ibiza und Leon – aus denselben Gründen wie Skoda und VW
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ältere Fahrzeuge mit hohem Kilometerstand sind deutlich häufiger betroffen. Außerdem spielen ungünstige Einbaulagen der Lambdasonde und hoch beanspruchte Kabelbäume eine entscheidende Rolle.
Schritt-für-Schritt-Diagnose: So finden Sie die Ursache
Eine sorgfältige Diagnose ist entscheidend, um unnötige Ausgaben zu vermeiden. Deshalb empfehlen erfahrene Kfz-Mechatroniker folgende Vorgehensweise:
Schritt 1: Fehlercode auslesen und dokumentieren
Zunächst lesen Sie den Fehlercode mit einem OBD-II-Scanner aus. Empfehlenswert ist der ANCEL AD310 (ca. 30 Euro) für einfache Diagnosen oder der Launch CRP129E (ca. 150 Euro) für erweiterte Live-Daten und Mehrmarken-Diagnose. Notieren Sie außerdem alle gespeicherten Freezeframe-Daten, da diese wichtige Hinweise auf die Betriebsbedingungen zum Fehlerzeitpunkt liefern.
Schritt 2: Sicherung prüfen
Schauen Sie zunächst im Fahrzeughandbuch nach, ob der Heizstromkreis der Lambdasonde über eine eigene Sicherung abgesichert ist. Prüfen Sie diese Sicherung visuell und – wenn nötig – mit einem Multimeter (z. B. Fluke 101) auf Durchgang.
Schritt 3: Visuelle Inspektion von Kabelbaum und Steckverbinder
Untersuchen Sie anschließend den gesamten Kabelstrang der Lambdasonde. Achten Sie besonders auf:
- Scheuerstellen an heißen Auspuffteilen
- Risse oder Schmelzspuren an der Kabelbaumhülle
- Korrosion, Grünspan oder Wasser im Steckverbinder
- Kabelbrüche direkt hinter dem Stecker (oft schwer sichtbar)
Reinigen Sie den Stecker bei Bedarf mit Kontaktreiniger und prüfen Sie alle Pins auf festen Sitz.
Schritt 4: Widerstand des Heizelements messen
Trennen Sie den Stecker der Lambdasonde und messen Sie mit einem Multimeter den Widerstand zwischen den beiden Heizleitungen (in der Regel die beiden schwarz-weißen Kabel). Der Sollwert liegt je nach Fahrzeug und Sensortyp bei ca. 3–9 Ohm. Ist der Widerstand unendlich (kein Durchgang) oder deutlich außerhalb dieser Grenzwerte, ist der Sensor selbst defekt und muss ausgetauscht werden.
Schritt 5: Versorgungsspannung prüfen
Messen Sie außerdem mit dem Multimeter, ob am Stecker der Lambdasonde 12 Volt Versorgungsspannung anliegen (bei laufendem Motor). Fehlt die Spannung, liegt das Problem in der Verdrahtung oder im Steuergerät – nicht im Sensor selbst.
Schritt 6: Live-Daten analysieren
Nutzen Sie die Live-Daten-Funktion Ihres OBD-Scanners, um die Sensorspannung in Echtzeit zu beobachten. Im Normalbetrieb sollte die Sondenkurve nach dem Motorstart schnell zu einer aktiven Sinuskurve werden. Bleibt die Spannung konstant auf einem Wert, ist das ein weiterer Hinweis auf einen defekten Heizkreis.
Reparaturmöglichkeiten und Kosten: Was kommt auf Sie zu?
Die Reparaturkosten für P0135 variieren erheblich – je nach Ursache und Fahrzeugmodell. Deshalb ist die genaue Diagnose so wichtig, bevor Sie teure Teile kaufen.
| Ursache | Reparaturmaßnahme | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| Durchgebrannte Sicherung | Sicherung tauschen | 1–5 Euro |
| Oxidierter Stecker | Reinigen, kontaktieren | 5–20 Euro |
| Kabelbruch reparieren | Kabel löten/flicken | 20–80 Euro |
| Lambdasonde tauschen (Eigenleistung) | Neue Sonde kaufen und einbauen | 30–120 Euro |
| Lambdasonde tauschen (Werkstatt) | Teile und Lohn | 100–300 Euro |
| Verkabelung komplett erneuern | Kabelreparatur Werkstatt | 80–200 Euro |
| Motorsteuergerät prüfen | Diagnose + ggf. Reparatur | 150–600 Euro |
Empfehlung für den Sensortausch: Verwenden Sie bei der Lambdasonde kein unbekanntes Billigprodukt. Erfahrungsgemäß bewähren sich Sensoren der Hersteller Bosch, Denso und NGK/NTK – diese bieten zuverlässige Qualität zu einem moderaten Preis. Beispielsweise kostet eine Bosch-Lambdasonde passend zu einem VW Golf 1.6 FSI je nach Variante zwischen 40 und 90 Euro im Fachhandel.
Können Sie P0135 selbst reparieren?
Eine Eigenreparatur ist durchaus möglich – sofern Sie handwerklich geschickt sind und die nötigen Werkzeuge besitzen. Für die Selbstreparatur benötigen Sie:
- OBD-II-Scanner zum Auslesen und Löschen des Fehlercodes (z. B. ANCEL AD310 oder alternativ die Carly App mit passendem Adapter für erweiterte Funktionen)
- Multimeter zur Widerstandsmessung (z. B. Fluke 101 oder ein günstiges Einstiegsmodell von Voltcraft)
- Lambda-Sondenschlüssel (Spezialschlüssel mit Aussparung für das Kabel, ca. 10 Euro)
- Kontaktreiniger-Spray
- Gegebenenfalls eine passende Ersatz-Lambdasonde
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Tausch der Lambdasonde:
- Fahrzeug auf einer ebenen Fläche sichern und Motor abkühlen lassen (mindestens 30 Minuten – Verbrennungsgefahr!).
- Stecker der defekten Lambdasonde trennen.
- Mit dem Lambda-Sondenschlüssel die alte Sonde gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen. Falls sie festsitzt: Rostlöser (z. B. WD-40 Multifunktionsöl) aufsprühen und 10 Minuten einwirken lassen.
- Gewinde der neuen Sonde leicht mit Keramikpaste (Kupferpaste reicht ebenfalls) einstreichen – jedoch nicht auf das Sensorelement selbst.
- Neue Sonde mit Hand eindrehen und anschließend mit dem Lambda-Sondenschlüssel auf das vom Hersteller vorgesehene Anzugsmoment (ca. 40–55 Nm) festziehen.
- Stecker verbinden.
- Fehlercode mit dem OBD-Scanner löschen.
- Motor starten und eine kurze Testfahrt von 10–15 Minuten durchführen.
- Danach erneut mit dem Scanner prüfen, ob der Code P0135 wieder erscheint.
Wichtiger Hinweis: Tauschen Sie die Sonde niemals aus, bevor Sie sichergestellt haben, dass der Fehler tatsächlich im Sensor liegt – und nicht im Kabelbaum oder im Stecker. Sonst zahlen Sie für einen neuen Sensor, ohne das eigentliche Problem gelöst zu haben.
Was passiert, wenn Sie P0135 ignorieren?
Viele Fahrzeughalter neigen dazu, einen einzelnen Fehlercode zunächst zu ignorieren – besonders dann, wenn das Fahrzeug im Alltag kaum Auffälligkeiten zeigt. Das ist jedoch riskant. Deshalb sollten Sie die möglichen Folgeschäden kennen:
1. Katalysatorschäden: Ohne korrekte Lambdaregelung kann das Motorsteuergerät das Gemisch nicht präzise steuern. Ein dauerhaft fettes oder mageres Gemisch schädigt den Katalysator nachhaltig. Ein neuer Katalysator kostet je nach Fahrzeug zwischen 200 und über 1.000 Euro – ein Vielfaches des eigentlichen Sondenproblems.
2. Erhöhter Kraftstoffverbrauch: Da das Steuergerät ohne korrekte Lambdawerte eine Notlaufstrategie verwendet, ist in der Regel mit einem um 10–20 % höheren Verbrauch zu rechnen. Über längere Zeit summiert sich das zu erheblichen Mehrkosten.
3. Erhöhte Emissionen und AU-Versagen: Außerdem steigen die Schadstoffemissionen deutlich an. Dadurch kann das Fahrzeug bei der nächsten Abgasuntersuchung (HU/AU) durchfallen – was wiederum aufwendige Folgereparaturen nach sich zieht.
4. Motorschäden durch Magerlauf: Im schlimmsten Fall kann ein dauerhafter Magerlauf zu Kolbenschäden oder Ventilbrand führen. Solche Motorschäden sind außerordentlich teuer und hätten durch eine frühzeitige Diagnose vermieden werden können.
5. Weitere Fehlercodes: Häufig folgen auf P0135 weitere verwandte Fehlercodes wie P0141 (Heizkreis Bank 1, Sensor 2) oder P0420 (Katalysatorwirkungsgrad unter Schwellenwert), die die Diagnose zusätzlich erschweren und die Reparaturkosten erhöhen.
Präventive Maßnahmen: So beugen Sie P0135 vor
Glücklicherweise lässt sich P0135 mit einfachen Wartungsmaßnahmen in vielen Fällen verhindern oder zumindest hinauszögern. Deshalb empfehlen wir folgende Vorgehensweisen:
Regelmäßige Wartungsintervalle einhalten: Wechseln Sie Motoröl, Luftfilter und Zündkerzen nach den Herstellervorgaben. Unvollständige Verbrennung durch verschlissene Zündkerzen belastet die Lambdasonde zusätzlich.
Hochwertigen Kraftstoff verwenden: Günstige Kraftstoffe mit schlechten Additiven können Ablagerungen auf dem Sensor hinterlassen. Deshalb ist die Verwendung von markengebundenen Kraftstoffen mit Reinigungsadditiven empfehlenswert.
Auf Ölverlust achten: Kontrollieren Sie regelmäßig den Ölstand und beheben Sie Undichtigkeiten frühzeitig – bevor Öl in das Abgassystem gelangt und die Lambdasonde kontaminiert.
Kabelbaum regelmäßig prüfen: Besonders bei Fahrzeugen mit mehr als 150.000 km Laufleistung lohnt es sich, den Kabelbaum im Bereich des Auspuffsystems bei jedem Werkstattbesuch kurz zu inspizieren.
OBD-Scanner zur Hand haben: Ein einfacher OBD-Scanner wie der ANCEL AD310 (ca. 30 Euro) erlaubt es Ihnen, Fehlercodes selbst auszulesen und auf Veränderungen zu reagieren, bevor größere Schäden entstehen. Außerdem sparen Sie die Diagnosegebühr in der Werkstatt von typischerweise 60–100 Euro.
Lambdasonde nach Herstellerempfehlung tauschen: Viele Hersteller empfehlen einen prophylaktischen Wechsel der Lambdasonde nach 100.000–150.000 km. Halten Sie sich an diesen Richtwert, um Ausfällen vorzubeugen.
Verwandte Fehlercodes: P0135 im Kontext
Damit Sie P0135 richtig einordnen können, ist es außerdem hilfreich, die verwandten Codes zu kennen:
- P0130 – Sauerstoffsensor-Schaltkreis, Bank 1 Sensor 1 (Signalbereich/-leistung)
- P0131 – O2-Sensor-Spannung zu niedrig, Bank 1 Sensor 1
- P0132 – O2-Sensor-Spannung zu hoch, Bank 1 Sensor 1
- P0134 – Keine Sensoraktivität erkannt, Bank 1 Sensor 1
- P0141 – Heizkreis Fehlfunktion, Bank 1 Sensor 2 (Monitorsonde nach Katalysator)
- P0155 – Heizkreis Fehlfunktion, Bank 2 Sensor 1 (bei V-Motoren mit zwei Zylinderreihen)
- P0420 – Katalysatorwirkungsgrad unterhalb der Schwelle, Bank 1
Tritt P0135 zusammen mit P0420 auf, sollten Sie zunächst den Lambdasondenkreis vollständig sanieren, bevor Sie den Katalysator beurteilen – denn ein defekter Sensor kann auch einen scheinbar defekten Katalysator vortäuschen.
Häufige Fragen zum Fehlercode P0135
Ist P0135 ein schwerwiegender Fehler?
P0135 stellt zunächst kein unmittelbares Sicherheitsrisiko dar. Dennoch sollten Sie den Fehler zeitnah beheben lassen, da er langfristig zu Katalysatorschäden, erhöhtem Kraftstoffverbrauch und einem Versagen der Abgasuntersuchung führen kann. Außerdem können unbehandelte Lambdasondendefekte die Entstehung weiterer, teurer Folgeprobleme begünstigen.
Kann ich mit P0135 weiterfahren?
Kurzfristig ja – das Fahrzeug bleibt in der Regel fahrbereit. Jedoch empfehlen wir, lange Strecken und hohe Motorlasten zu vermeiden, bis das Problem behoben ist. Zudem sollten Sie bedenken, dass der erhöhte Kraftstoffverbrauch mit jeder gefahrenen Stunde zunimmt.
Löscht sich P0135 von selbst?
Handelt es sich um ein vorübergehendes Problem (z. B. durch kurzzeitige Feuchtigkeit im Steckverbinder), kann der Code nach dem Löschen dauerhaft verschwinden. Bei einem echten Defekt des Sensors oder der Verkabelung erscheint er jedoch nach einigen Fahrminuten immer wieder – deshalb sollte die Ursache verlässlich diagnostiziert werden.
Wie messe ich den Widerstand der Lambdasonde korrekt?
Trennen Sie zunächst den Stecker der Lambdasonde und messen Sie dann mit einem Multimeter den Widerstand zwischen den beiden Heizleitungen (meistens die weißen Kabel im Stecker). Der Wert sollte je nach Modell zwischen 3 und 9 Ohm liegen. Ein Wert von unendlich (kein Durchgang) zeigt einen internen Defekt der Sonde an.
Welche OBD-Scanner eignen sich zur Diagnose von P0135?
Für eine einfache Diagnose empfehlen wir den ANCEL AD310 (ca. 30 Euro). Für Live-Daten und erweiterte Analysen ist der Launch CRP129E (ca. 130–150 Euro) eine gute Wahl. Alternativ bietet die Carly App mit passendem Adapter besonders für VW, BMW, Mercedes und Audi markenspezifische Diagnosefunktionen.
Welche Lambdasonde sollte ich kaufen?
Wir empfehlen ausschließlich Markensensoren von Bosch, Denso oder NGK/NTK. Diese Hersteller liefern Erstausrüsterqualität und sind in der Regel deutlich langlebiger als unbekannte Billigprodukte. Achten Sie außerdem darauf, die passende Teilenummer für Ihr genaues Fahrzeugmodell und Baujahr zu verwenden.
Kann P0135 durch eine schlechte Zündung ausgelöst werden?
Indirekt ja. Defekte Zündkerzen oder eine schwache Zündspule führen zu unvollständiger Verbrennung, was den Restsauerstoffgehalt im Abgas verändert. Dadurch kann die Lambdasonde dauerhaft überfordert werden und letztendlich ausfallen. Deshalb sollten Zündkerzen stets nach Herstellervorgabe erneuert werden.
Wie lange hält eine neue Lambdasonde?
Eine hochwertige Lambdasonde von Bosch oder Denso hält bei normaler Fahrweise und gepflegtem Motor typischerweise 80.000–150.000 km. Außerdem verlängern regelmäßige Ölwechsel und die Vermeidung von Ölverlust die Lebensdauer des Sensors erheblich.
Kann P0135 auch durch kalte Temperaturen ausgelöst werden?
Ja, vorübergehend. Sehr niedrige Außentemperaturen können bei einem bereits geschwächten Heizelement dazu führen, dass die Lambdasonde die Betriebstemperatur nicht rechtzeitig erreicht. Deshalb tritt der Code manchmal nur im Winter auf. Kehrt der Fehler nach dem Löschen im Sommer nicht zurück, war möglicherweise ein temperaturempfindlicher Kontaktfehler die Ursache.
Was kostet eine Diagnose in der Werkstatt für P0135?
Eine Grunddiagnose mittels OBD-Scanner kostet in deutschen Werkstätten in der Regel zwischen 60 und 100 Euro. Deshalb lohnt es sich, einen eigenen OBD-Scanner anzuschaffen, wenn Sie häufiger selbst diagnostizieren möchten – denn die Anschaffungskosten amortisieren sich bereits nach der ersten gesparten Werkstattdiagnose.
Fazit
Der Fehlercode P0135 ist in den meisten Fällen kein Grund zur Panik – aber definitiv kein Fehler, den Sie dauerhaft ignorieren sollten. Deshalb gilt: zuerst sorgfältig diagnostizieren, dann gezielt reparieren. Mit dem richtigen Werkzeug und einem Markensensor von Bosch, Denso oder NGK lässt sich das Problem oft selbst und günstig beheben.
Handeln Sie frühzeitig, sparen Sie sich teure Folgekosten am Katalysator und bestehen Sie problemlos die nächste Abgasuntersuchung. Außerdem gilt: Regelmäßige Wartung ist die zuverlässigste Prävention.
