Fehlerspeicher selbst auslesen: So geht’s ohne Werkstatt

Fehlerspeicher selbst auslesen: Mit OBD2-Scanner, Smartphone, Tablet oder Laptop lesen Sie alle Fehlercodes ohne Werkstatt schnell und einfach selbst aus.

Fehlerspeicher selbst auslesen: So geht’s ohne Werkstatt

Die Motorkontrollleuchte leuchtet, und Sie fragen sich, was dahintersteckt? Mit einem OBD2-Diagnosegerät lesen Sie den Fehlerspeicher Ihres Fahrzeugs ganz einfach selbst aus – ohne Werkstatttermin und ohne hohe Kosten.

Moderne Autos speichern Fehler elektronisch, und dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, welche Geräte, Apps und Programme Sie dafür brauchen und wie Sie dabei vorgehen.

Was ist der Fehlerspeicher und warum leuchtet die Kontrollleuchte?

Jedes moderne Fahrzeug verfügt über ein elektronisches Steuergerät, das sogenannte ECU (Engine Control Unit). Dieses Steuergerät überwacht permanent alle wichtigen Fahrzeugsysteme – vom Motor über das Getriebe bis hin zur Abgasanlage. Sobald ein Sensor einen ungewöhnlichen Wert meldet, speichert das Steuergerät einen Fehlercode, auch DTC (Diagnostic Trouble Code) genannt, und aktiviert in vielen Fällen die Motorkontrollleuchte (MKL) oder eine andere Warnleuchte im Armaturenbrett.

Allerdings bedeutet eine leuchtende Kontrollleuchte nicht zwingend, dass sofort etwas Ernstes passiert ist. Vielmehr kann es sich auch um einen kleinen Sensor-Fehler oder einen vorübergehenden Aussetzer handeln. Deshalb ist es sinnvoll, den Fehlerspeicher zunächst selbst auszulesen, bevor Sie kostenintensive Werkstattbesuche in Betracht ziehen.

Fahrzeuge mit OBD2-Schnittstelle wurden ab dem Jahr 1996 in den USA und ab 2001 in Europa verpflichtend damit ausgestattet. Zusätzlich gilt: Benziner ab Baujahr 2001 und Diesel ab 2004 müssen in der EU über eine standardisierte OBD2-Buchse verfügen. Das bedeutet, dass nahezu alle modernen Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und sogar viele Motorräder mit einem einheitlichen Diagnosezugang ausgestattet sind.

Wo befindet sich die OBD2-Buchse im Fahrzeug?

Bevor Sie mit der Diagnose beginnen, müssen Sie zunächst die OBD2-Diagnosebuchse finden. Sie ist bei den meisten Fahrzeugen im Innenraum auf der Fahrerseite untergebracht, häufig:

  • Unter dem Lenkrad, direkt hinter der Verkleidung
  • In der Mittelkonsole, neben dem Hebel oder Getränkehalter
  • Im Fußraum links, hinter einer kleinen Abdeckklappe
  • Hinter dem Aschenbecher bei älteren Modellen

Außerdem kann die Position je nach Hersteller und Modell variieren. Bei Volkswagen, Audi, Seat und Škoda befindet sich die Buchse meist links unter dem Lenkrad. Bei BMW und Mercedes-Benz ist sie häufig im linken Fußraum zu finden. Toyota und Honda verbauen sie ebenfalls typischerweise unter dem Lenkrad. Suchen Sie im Zweifelsfall in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs nach dem genauen Standort.

Welche Geräte brauchen Sie, um den Fehlerspeicher auszulesen?

Für die Eigendiagnose benötigen Sie grundsätzlich zwei Dinge: einen OBD2-Adapter und eine passende Software oder App. Dabei gibt es verschiedene Varianten, die sich in Preis, Funktionsumfang und Bedienung unterscheiden.

Kabelgebundene OBD2-Lesegeräte

Die einfachste Variante ist ein eigenständiges Handgerät. Diese Geräte werden direkt in die OBD2-Buchse gesteckt und verfügen über ein eigenes Display. Sie benötigen weder ein Smartphone noch einen Computer. Besonders empfehlenswert sind:

  • Autel AutoLink AL319: Günstiges Einsteigergerät für ca. 30–40 Euro, liest und löscht Fehlercodes, zeigt Bereitschaftsstatus für die Hauptuntersuchung an.
  • Autel MaxiCOM MK808: Professionelleres Gerät für ca. 200–300 Euro, unterstützt auch herstellerspezifische Codes und Sonderfunktionen wie Öl-Reset.
  • iCarsoft i980 (für Mercedes), iCarsoft i910-II (für BMW) oder iCarsoft CR Pro (universell): Markentypische Geräte, die tiefer in die Steuergeräte eintauchen als reine OBD2-Scanner.

Bluetooth- und WLAN-OBD2-Adapter für Smartphones

Noch bequemer geht es mit einem Bluetooth- oder WLAN-Dongle, den Sie dauerhaft in der OBD2-Buchse stecken lassen. Über eine App auf Ihrem Smartphone oder Tablet lesen Sie dann bequem alle Daten aus. Empfehlenswerte Adapter sind:

  • Viecar VP004 (Bluetooth 4.0): Zuverlässiger Adapter für Android und iOS, ca. 20–30 Euro.
  • OBDLink MX+: Hochwertiger Adapter mit Bluetooth, unterstützt auch herstellerspezifische Protokolle, ca. 80–100 Euro. Besonders geeignet für tiefere Diagnosen.
  • OBDLink CX: Speziell für Bimmercode und BMW optimiert, ca. 50–60 Euro.
  • Vgate iCar Pro 2S: Kompatibler Adapter für Android und iOS, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ca. 25–35 Euro.

Wichtiger Hinweis: Günstige „ELM327-Clones“ aus Fernost – etwa mit der Aufschrift „V2.1″ – sind häufig fehleranfällig und können bei manchen Fahrzeugen sogar zu Problemen führen. Deshalb empfehlen wir Ihnen, ausschließlich auf bewährte Markenadapter zu setzen.

Apps für Android und iOS: Die besten Diagnoseprogramme im Überblick

Sobald Sie einen Bluetooth- oder WLAN-Adapter haben, benötigen Sie eine passende App. Dabei gibt es sowohl universelle als auch markenspezifische Lösungen.

Universelle OBD2-Apps

Torque Pro (Android)
Torque Pro ist eine der beliebtesten OBD2-Apps für Android-Nutzer. Für einmalig ca. 4–5 Euro erhalten Sie eine umfangreiche Lösung mit Echtzeit-Datanzeige, Fehlercode-Auslesen und -Löschen sowie anpassbaren Dashboards. Außerdem unterstützt die App erweiterte PIDs für herstellerspezifische Daten. Die Installation gelingt in wenigen Minuten: App kaufen, Adapter verbinden, Bluetooth pairen, Fahrzeugprofil anlegen, fertig.

OBD Fusion (Android und iOS)
OBD Fusion ist sowohl für Android als auch für iPhone und iPad verfügbar und kostet ca. 10 Euro. Zudem bietet sie eine übersichtliche Oberfläche, detaillierte Fehlerbeschreibungen und die Möglichkeit, Daten aufzuzeichnen. Besonders für iOS-Nutzer ist OBD Fusion eine der zuverlässigsten Optionen.

Car Scanner ELM OBD2 (Android und iOS)
Car Scanner ist kostenlos erhältlich (mit optionalem Premium-Abo) und unterstützt neben Standard-OBD2 auch viele herstellerspezifische Erweiterungsprotokolle. Dadurch können Sie bei mangegebenen Marken wie Toyota, Honda, Opel oder Ford deutlich mehr Steuergeräte auslesen als mit reinen OBD2-Apps. Die Bedienung ist intuitiv und auch für Einsteiger gut geeignet.

OBD Auto Doctor (Android, iOS und PC)
OBD Auto Doctor ist ebenfalls plattformübergreifend verfügbar. Die Basisversion ist kostenlos, die Pro-Version kostet ca. 5–10 Euro und bietet erweiterte Diagnosefunktionen. Zusätzlich gibt es eine PC-Version für Windows und macOS.

Markenspezifische Apps und Software

Für tiefere Diagnosen, die über den OBD2-Standard hinausgehen, empfehlen sich markenspezifische Lösungen. Diese lesen nämlich nicht nur motornahe Steuergeräte, sondern auch ABS, Airbag, Getriebe, Klimaanlage und viele weitere Module aus.

Carly (Android und iOS) – für BMW, Mini, Mercedes, Porsche, Toyota, VW-Konzern u. a.
Carly ist eine der bekanntesten Diagnoselösungen für Privatanwender. Über ein Abo-Modell (ca. 80–100 Euro/Jahr je nach Marke) erhalten Sie Zugang zu markenspezifischen Diagnosen, Codierungen und einem Gebrauchtwagencheck. Dazu benötigen Sie den Carly OBD-Adapter (ca. 60–80 Euro), der speziell auf die App abgestimmt ist. Die Anleitung: App herunterladen, Adapter kaufen, Fahrzeugmarke auswählen, Adapter verbinden, Diagnose starten.

VCDS (VAG-COM Diagnostic System) – für VW, Audi, Seat, Škoda, Porsche (VAG-Konzern)
VCDS von Ross-Tech ist die umfangreichste Lösung für den gesamten Volkswagen-Konzern und bei ambitionierten Heimschraubern sehr beliebt. Das Ross-Tech HEX-NET Interface (ca. 200–250 Euro) verbindet sich per WLAN oder USB mit dem PC. Die dazugehörige Software ist kostenlos und bietet nahezu werkstattgleiche Diagnosefunktionen inklusive Steuergeräteanpassungen und Grundeinstellungen. Die Bedienung erfolgt ausschließlich am Windows-PC.

Bimmercode und Bimmerscan (Android und iOS) – für BMW und Mini
Bimmercode dient primär zum Codieren von BMW-Fahrzeugen, bietet aber auch Diagnosefunktionen. Als Ergänzung gibt es Bimmerscan, eine reine Diagnose-App für BMW und Mini. Beide Apps funktionieren am besten mit dem OBDLink CX-Adapter. Die Apps kosten ca. 30–40 Euro als Einmalkauf.

BMW ISTA (Integrated Service Technical Application) – für BMW, Mini, Rolls-Royce
ISTA ist die offizielle BMW-Werkstattsoftware und kostenlos als „ISTA-D“ (Diagnose) verfügbar. Allerdings benötigen Sie dafür einen kompatiblen ENET-Adapter (ca. 10–20 Euro für einfache Versionen) und einen Windows-PC mit ausreichend Speicherplatz (ca. 50 GB). Die Installation ist komplex, bietet jedoch den vollen Diagnoseumfang der BMW-Werkstatt.

FORScan (Windows, Android, iOS) – für Ford, Lincoln, Mazda
FORScan ist speziell für Ford- und Mazda-Fahrzeuge konzipiert und bietet deutlich mehr als ein normaler OBD2-Scanner. Für Windows ist die Software kostenlos, für Android und iOS gibt es eine Lite-Version sowie eine Extended-Lizenz (ca. 15 Euro/Jahr). Außerdem funktioniert FORScan hervorragend mit einfachen ELM327-Adaptern.

DashCommand (Android, iOS) – universell
DashCommand ist eine vielseitige App für ca. 10 Euro mit übersichtlicher Benutzeroberfläche und Unterstützung für viele Adapter. Zudem bietet sie eine ansprechende Visualisierung von Fahrzeugdaten in Echtzeit.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Fehlerspeicher selbst auslesen

Nachdem Sie Adapter und App ausgewählt haben, folgt die eigentliche Diagnose. Dabei ist die Vorgehensweise bei allen Methoden ähnlich.

Schritt 1: Adapter einstecken

Stecken Sie zunächst Ihren OBD2-Adapter in die Diagnosebuchse des Fahrzeugs. Der Adapter sollte dabei mit einer LED aufleuchten oder auf andere Weise Betrieb signalisieren. Schalten Sie anschließend die Zündung ein, ohne den Motor zu starten – es sei denn, die App verlangt explizit einen laufenden Motor.

Schritt 2: Verbindung herstellen

Öffnen Sie bei Bluetooth-Adaptern die Bluetooth-Einstellungen Ihres Smartphones und koppeln Sie den Adapter (häufig erscheint er als „OBDII“, „Viecar“ oder ähnlich). Bei WLAN-Adaptern verbinden Sie sich mit dem WLAN-Netzwerk des Adapters. Starten Sie danach die Diagnose-App und wählen Sie den Adapter unter den Verbindungseinstellungen aus.

Schritt 3: Fahrzeugprofil anlegen

Viele Apps fragen nach Fahrzeuginformationen wie Baujahr, Motortyp und Marke. Tragen Sie diese Daten möglichst genau ein, da sie die Auswahl der passenden Kommunikationsprotokolle beeinflussen. Außerdem verbessern genaue Angaben die Qualität der Fehlerbeschreibungen.

Schritt 4: Fehlerspeicher auslesen

Wählen Sie in der App die Funktion „Fehlercodes lesen“, „Read DTCs“ oder ähnliches. Die App verbindet sich nun mit dem Steuergerät und liest alle gespeicherten Fehlercodes aus. Dabei unterscheiden moderne Apps zwischen:

  • Aktiven Fehlern (pending/confirmed): Diese liegen aktuell vor und haben in vielen Fällen die Kontrollleuchte aktiviert.
  • Gespeicherten, inaktiven Fehlern (stored/history): Diese traten in der Vergangenheit auf, sind jedoch aktuell nicht mehr aktiv.
  • Anstehenden Fehlern (pending): Diese wurden erkannt, aber noch nicht bestätigt – die Kontrollleuchte leuchtet deshalb noch nicht.

Schritt 5: Fehlercodes verstehen und recherchieren

Jeder Fehlercode besteht aus einem Buchstaben und vier Ziffern, zum Beispiel P0300. Der Buchstabe gibt dabei an, welches System betroffen ist:

  • P (Powertrain): Motor, Getriebe, Kraftstoffsystem
  • B (Body): Karosserie, Airbag, Klimaanlage
  • C (Chassis): ABS, Fahrwerk, Lenkung
  • U (Network): Steuergeräte-Kommunikation, CAN-Bus

Die erste Ziffer nach dem Buchstaben zeigt, ob es sich um einen standardisierten OBD2-Code (0) oder einen herstellerspezifischen Code (1, 2, 3) handelt. Die weiteren Ziffern beschreiben die genaue Fehlerursache.

Häufige Fehlercodes und ihre Bedeutung:

CodeBedeutung
P0300Zündaussetzer erkannt (unspezifisch)
P0301–P0308Zündaussetzer an Zylinder 1–8
P0420Katalysatorwirkungsgrad unter Schwelle (Bank 1)
P0171Gemisch zu mager (Bank 1)
P0101Luftmassenmesser – Wertebereich/Leistung
P0011Nockenwellenverstellung – Timing zu früh (Bank 1)
P0455Kraftstoffverdunstungsanlage – große Leckage
P0562Systemspannung zu niedrig

Zusätzlich bieten viele Apps eine direkte Fehlerbeschreibung. Außerdem empfehlen wir, den Code in Foren wie Motor-Talk.de oder HU-Forum.de zu recherchieren, da dort Erfahrungsberichte anderer Fahrer mit demselben Fahrzeugmodell zu finden sind.

Schritt 6: Entscheiden – löschen oder Werkstatt?

Nachdem Sie den Fehler identifiziert haben, stehen Sie vor der Entscheidung: selbst beheben, Fehler löschen oder zur Werkstatt? Dazu später mehr.

Fehlerspeicher löschen: Wann ist das sinnvoll?

Das Löschen von Fehlercodes ist ebenfalls über OBD2-Adapter möglich. Dabei sollten Sie jedoch wissen: Ein gelöschter Code bedeutet nicht, dass das Problem behoben ist. Wenn die Ursache weiterhin besteht, kehrt der Fehler meist nach wenigen Fahrzyklen zurück.

Sinnvoll ist das Löschen in folgenden Situationen:

  • Nach einer erfolgreichen Reparatur: Sie haben das defekte Bauteil getauscht und möchten prüfen, ob der Fehler erneut auftritt.
  • Nach einer Selbsthilfe-Maßnahme: Zum Beispiel nach dem Festziehen eines losen Tankdeckels, der einen Fehlercode P0455 ausgelöst hat.
  • Bei einmaligen, nicht reproduzierbaren Fehlern: Manchmal lösen kurzfristige Spannungsschwankungen oder Fehlkontakte einen Code aus, der sich nicht wiederholt.

Außerdem wichtig: Löschen Sie keine Fehlercodes kurz vor der Hauptuntersuchung, um die Kontrollleuchte zum Erlöschen zu bringen. Denn dabei werden auch die Bereitschaftsmonitore (Readiness Monitors) zurückgesetzt. Das Fahrzeug muss danach erst mehrere Fahrzyklen absolvieren, bevor alle Monitore wieder den Status „fertig“ anzeigen. Ein Prüfer erkennt das sofort.

Echtzeit-Daten auslesen: Mehr als nur Fehlercodes

Ein weiterer großer Vorteil der OBD2-Diagnose ist die Möglichkeit, Live-Daten in Echtzeit auszulesen. Dabei können Sie unter anderem folgende Werte überwachen:

  • Motordrehzahl (RPM) und Fahrzeuggeschwindigkeit
  • Kühlwassertemperatur und Ansauglufttemperatur
  • Lambda-/Sauerstoffsensorsignale zur Überprüfung des Kraftstoffgemisches
  • Einspritzmenge und Kraftstoffdruck
  • Zündzeitpunkt und Klopfregelung
  • Ladedruck bei Turbomotoren
  • Batteriespannung und Lichtmaschinenbelastung

Zudem ermöglichen Echtzeit-Daten eine gezielte Fehlersuche. Zum Beispiel können Sie bei einem vermuteten Defekt am Luftmassenmesser dessen Signalwerte während der Fahrt beobachten und mit den Sollwerten vergleichen.

Empfohlene Vorgehensweisen für verschiedene Fahrzeugmarken

Je nach Hersteller unterscheiden sich Tiefe und Umfang der möglichen Eigendiagnose erheblich. Deshalb finden Sie hier eine Übersicht der empfohlenen Vorgehensweisen:

Volkswagen, Audi, Seat, Škoda: Setzen Sie auf VCDS mit HEX-NET-Interface für die umfangreichste Diagnose. Alternativ bietet Carly eine benutzerfreundliche Lösung für weniger technisch versierte Nutzer.

BMW, Mini: Empfehlenswert sind Bimmerscan in Kombination mit dem OBDLink CX für eine schnelle Diagnose. Für tiefere Eingriffe und Codierungen eignen sich Bimmercode oder das kostenlose BMW ISTA.

Mercedes-Benz: Nutzen Sie den iCarsoft MB II oder MB Star SD Connect (für Profis). Außerdem bietet Carly gute Unterstützung für neuere Mercedes-Modelle.

Ford, Mazda: FORScan ist hier die klare Empfehlung und bietet nahezu werkstattgleiche Diagnosemöglichkeiten bei niedrigen Kosten.

Toyota, Lexus: Car Scanner ELM OBD2 mit einem OBDLink MX+-Adapter bietet gute Ergebnisse. Für Toyota-spezifische Protokolle ist außerdem Techstream (offizielle Toyota-Software) als kostenlose Lite-Version verfügbar.

Opel/Vauxhall: OP-COM ist eine spezialisierte Diagnoselösung für Opel-Fahrzeuge mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis (ca. 30–50 Euro inklusive Software).

Renault, Dacia: DiagBox (ursprünglich für Peugeot/Citroën, funktioniert aber auch mit Renault via ELM327) oder Car Scanner bieten hier gute Ergebnisse.

Peugeot, Citroën, DS: DiagBox ist die offizielle Diagnosesoftware und für Heimanwender als günstige Version verfügbar.

Für alle anderen Marken gilt: Ein universeller OBD2-Scanner wie der Autel MaxiCOM MK808 oder die App Car Scanner ELM OBD2 decken die wichtigsten Steuergeräte ab.

Grenzen der Eigendiagnose: Wann müssen Sie in die Werkstatt?

Obwohl die OBD2-Diagnose leistungsstark ist, gibt es dennoch Situationen, in denen ein Werkstattbesuch unumgänglich ist.

Zuallererst: Sicherheitskritische Fehler wie Airbag-Fehlercodes (B-Codes), ABS-Fehler oder Fehler in der Bremsanlage sollten immer von einem Fachbetrieb beurteilt und behoben werden. Außerdem verfügen neuere Fahrzeuggenerationen über immer mehr proprietäre Steuergeräte, die sich mit Standard-OBD2-Adaptern nicht vollständig auslesen lassen.

Darüber hinaus benötigen viele Reparaturen spezielle Werkzeuge oder Kenntnisse – zum Beispiel das Anlernen einer neuen Drosselklappe, das Kalibrieren eines Lenkwinkelsensors oder das Adaptieren eines neuen Steuergeräts. Zudem erfordern Fehler, die auf mechanische Defekte wie einen gerissenen Zahnriemen oder einen defekten Turbolader hinweisen, eine physische Inspektion.

Deshalb gilt als Faustregel: Auslesen immer selbst – Reparieren je nach Wissensstand und Aufwand.

Kosten im Vergleich: Selbstdiagnose vs. Werkstatt

EigendiagnoseWerkstatt
Einmalige Kosten20–300 Euro (Adapter)
Pro Diagnose0 Euro30–80 Euro
Tiefe der DiagnoseMittel bis hochSehr hoch
Zeitaufwand5–15 MinutenTermin + Wartezeit
Notwendige KenntnisseGrundkenntnisseKeine

Schon nach zwei bis drei Werkstattbesuchen zum reinen Fehlerspeicher-Auslesen hat sich ein guter OBD2-Adapter amortisiert. Außerdem behalten Sie jederzeit die Kontrolle über den Zustand Ihres Fahrzeugs.

Häufige Fragen zum Fehlerspeicher selbst auslesen

Kann ich den Fehlerspeicher bei jedem Auto selbst auslesen?

Grundsätzlich ja – sofern Ihr Fahrzeug über eine OBD2-Buchse verfügt. Das gilt für alle Benziner ab Baujahr 2001 und Diesel ab 2004, die in der EU zugelassen wurden. Ältere Fahrzeuge können jedoch proprietäre Diagnosesysteme haben, die einen speziellen Adapter erfordern.

Schadet es dem Auto, wenn ich den Fehlerspeicher auslese?

Nein, das Auslesen des Fehlerspeichers ist vollkommen ungefährlich für Ihr Fahrzeug. Der OBD2-Adapter kommuniziert lediglich lesend mit dem Steuergerät und verändert keine Einstellungen.

Kann ich mit einer kostenlosen App gute Ergebnisse erzielen?

Ja, durchaus. Apps wie Car Scanner ELM OBD2 oder die Lite-Version von OBD Auto Doctor bieten kostenlos eine solide Basisdiagnose. Allerdings sind erweiterte Funktionen wie herstellerspezifische Codes oder Echtzeit-Datenaufzeichnung oft kostenpflichtigen Versionen vorbehalten.

Was bedeutet es, wenn nach dem Löschen der Fehler sofort wieder erscheint?

In diesem Fall liegt die Ursache weiterhin vor und wurde nicht behoben. Ein sofort wiederkehrender Fehlercode deutet auf einen aktiven Defekt hin, der repariert werden muss – zum Beispiel ein defekter Sensor oder ein mechanisches Problem.

Lässt sich die Motorkontrollleuchte dauerhaft durch Löschen des Fehlerspeichers abschalten?

Kurzfristig ja – die Leuchte erlischt nach dem Löschen. Jedoch kehrt sie zurück, sobald das Steuergerät denselben Fehler erneut erkennt. Eine dauerhafte Lösung gibt es nur durch die Behebung der eigentlichen Ursache.

Welcher OBD2-Adapter ist der beste für Einsteiger?

Für Einsteiger empfehlen wir den Viecar VP004 in Kombination mit der App Car Scanner ELM OBD2. Diese Kombination ist preisgünstig, zuverlässig und einfach zu bedienen. Für etwas mehr Funktionsumfang lohnt sich der OBDLink MX+.

Kann ich den Fehlerspeicher auch per iPhone auslesen?

Ja, das ist möglich. Dafür benötigen Sie jedoch einen WLAN-fähigen Adapter oder einen Bluetooth-4.0-Adapter (Bluetooth Classic funktioniert bei iOS nicht). Außerdem müssen Sie eine iOS-kompatible App wie OBD Fusion, Car Scanner ELM OBD2 oder Carly verwenden.

Warum zeigt mein Scanner keine Fehlercodes an, obwohl die Kontrollleuchte leuchtet?

Das kann mehrere Gründe haben: Der Fehler ist möglicherweise herstellerspezifisch und lässt sich nur mit einer markenspezifischen Software auslesen. Außerdem könnte der Adapter inkompatibel mit dem Kommunikationsprotokoll Ihres Fahrzeugs sein, oder die Verbindung wurde nicht korrekt hergestellt.

Was ist der Unterschied zwischen OBD und OBD2?

OBD (On-Board Diagnostics) ist der Oberbegriff für alle Fahrzeugdiagnosesysteme. OBD2 ist die standardisierte zweite Generation, die seit den 1990er-Jahren eingesetzt wird und eine einheitliche 16-polige Buchse sowie definierte Kommunikationsprotokolle vorschreibt. Ältere OBD1-Systeme sind hingegen herstellerspezifisch und benötigen eigene Adapter.

Darf ich als Privatperson den Fehlerspeicher löschen?

Ja, das ist legal und problemlos möglich. Allerdings sollten Sie bedenken, dass dabei auch die Bereitschaftsmonitore zurückgesetzt werden. Löschen Sie Fehlercodes deshalb nicht kurz vor der Hauptuntersuchung.

Fazit

Den Fehlerspeicher selbst auszulesen ist einfach, günstig und in wenigen Minuten erledigt. Mit einem guten OBD2-Adapter und der richtigen App behalten Sie jederzeit den Überblick über Ihr Fahrzeug – ohne Werkstatttermin und ohne unnötige Kosten.

Beginnen Sie mit einem zuverlässigen Adapter wie dem OBDLink MX+ und der App Car Scanner ELM OBD2. Für markenspezifische Tiefendiagnosen lohnen sich Lösungen wie VCDS, Carly oder FORScan je nach Fahrzeugmarke.