Kältemittel Autoklimaanlage: Wie oft nachfüllen?

Kältemittel in der Autoklimaanlage: Erfahren Sie, wie oft Sie nachfüllen sollten, welche Intervalle empfohlen werden und was Sie dabei beachten müssen.

Kältemittel Autoklimaanlage: Wie oft nachfüllen?

Das Kältemittel der Autoklimaanlage sollte grundsätzlich alle zwei Jahre durch einen professionellen Klimaservice überprüft und bei Bedarf aufgefüllt werden. Jährlich gehen nämlich bis zu 10–15 Prozent des Kältemittels durch minimale Undichtigkeiten verloren.

Deshalb kühlt die Klimaanlage irgendwann schlechter – oder fällt ganz aus. Dieser Ratgeber erklärt, wann und wie oft das Nachfüllen nötig ist, welche Kältemittel es gibt und worauf Sie dabei unbedingt achten müssen.

Warum verliert die Autoklimaanlage überhaupt Kältemittel?

Viele Autofahrer sind überrascht, wenn sie erfahren, dass ihre Klimaanlage regelmäßig Kältemittel verliert – obwohl das System eigentlich ein geschlossener Kreislauf ist. Tatsächlich ist ein gewisser Verlust jedoch unvermeidbar. Obwohl theoretisch kein Kältemittel verloren gehen sollte, ist in der Praxis ein Verlust von bis zu zehn Prozent der Kältemittelmenge trotz funktionierender Klimaanlage normal. Dieser entsteht durch poröse Leitungen, über das Lager der Kompressor-Verdichterwelle und andere Verbindungsstellen.

Kältemittelverluste von 60 bis 100 Gramm je Autoklimaanlage und Jahr gelten als normal und tolerierbar. Außerdem können verschiedene äußere Faktoren den Verlust beschleunigen. Dazu gehören zum Beispiel Steinschläge am Kondensator, Korrosion an Schläuchen sowie mechanische Beschädigungen durch Unfälle oder Alterung der Dichtungen. Zudem begünstigt intensiver Dauerbetrieb im Sommer die schleichende Entleerung des Systems.

Deshalb ist ein regelmäßiger Klimacheck keine Luxusmaßnahme, sondern eine technische Notwendigkeit – vergleichbar mit dem Ölwechsel beim Motor.

Wie oft muss das Kältemittel der Autoklimaanlage nachgefüllt werden?

Die Frage nach der Häufigkeit lässt sich nicht mit einer einzigen, universellen Zahl beantworten – dennoch gibt es klare Richtwerte. Beim jährlichen Klimaservice wird der Kältemittelstand gecheckt; auffüllen muss man allerdings meist nur alle zwei Jahre, vorausgesetzt, die Klimaanlage ist nicht defekt.

Andere Quellen nennen jedoch einen etwas längeren Rhythmus. Beim jährlichen Klimaservice wird auch der Kältemittelstand gecheckt; auffüllen muss man allerdings meist nur alle drei bis vier Jahre, vorausgesetzt, die Klimaanlage ist nicht defekt.

Die Abweichung zwischen diesen Angaben erklärt sich durch unterschiedliche Faktoren:

  • Fahrzeugalter: Ältere Fahrzeuge verlieren durch gealterte Dichtungen tendenziell mehr Kältemittel.
  • Nutzungsintensität: Wer die Klimaanlage täglich und über lange Strecken betreibt, belastet das System stärker.
  • Fahrzeugtyp: Kleinwagen und Fahrzeuge mit kompaktem Motorraum haben oft andere Verlustquoten als größere Modelle.
  • Zustand des Systems: Ein intaktes, gut gewartetes System verliert weniger Kältemittel als ein vernachlässigtes.

Als empfohlene Faustregel gilt deshalb: einmal pro Jahr den Klimaservice durchführen lassen – also einen professionellen Klimacheck inklusive Füllstandsmessung. Ob dabei tatsächlich Kältemittel nachgefüllt werden muss, entscheidet der Fachmann anhand des gemessenen Drucks.

Welche Kältemittel gibt es für Autoklimaanlagen?

Nicht jedes Kältemittel passt zu jedem Fahrzeug. Es gibt inzwischen nur noch zwei gängige Kältemittel: R-134a und R-1234yf. Zusätzlich existiert in einigen Oberklassefahrzeugen CO₂ (R744) als Alternative. Im Folgenden werden alle drei vorgestellt.

R134a – das ältere Kältemittel für Fahrzeuge bis 2017

R134a (chemisch: 1,1,1,2-Tetrafluorethan) war jahrzehntelang der Standard in Autoklimaanlagen. Aufgrund seiner Klimaschädlichkeit darf das alte Kältemittel R-134a seit 2017 nicht mehr in neu zugelassenen Fahrzeugen verwendet werden, sondern kommt nur noch in älteren Autos zum Einsatz.

Der Grund dafür liegt in seinem enormen Treibhauspotenzial. Die Klimaschädlichkeit von R134a ist mit einem GWP-Wert von 1.430 immens. Das bedeutet: Jedes Kilogramm, das in die Atmosphäre entweicht, wirkt 1.430-mal stärker als CO₂. Deshalb hat der Gesetzgeber den Einsatz in Neufahrzeugen konsequent untersagt. Für Besitzer älterer Fahrzeuge bleibt R134a jedoch das vorgeschriebene Mittel – ein Wechsel auf ein anderes Kältemittel ist technisch und rechtlich nicht zulässig.

R1234yf – der aktuelle Standard in Neuwagen

Die Klimaflüssigkeit R1234yf, auch 2,3,3,3-Tetrafluorpropen genannt, ist eine der aktuell am gebräuchlichsten Flüssigkeiten. Der GWP-Wert von R1234yf liegt bei vier, wodurch das Treibhauspotenzial gegenüber älteren Klimamitteln wie R134a deutlich reduziert ist.

Allerdings hat R1234yf einen entscheidenden Nachteil: Es ist leicht brennbar. Deshalb erfordert der Umgang damit besondere Sorgfalt und zertifiziertes Fachpersonal. Zudem ist R1234yf deutlich teurer als R134a, was sich auch in den Werkstattkosten niederschlägt. Ein Handelsname, unter dem R1234yf vertrieben wird, ist zum Beispiel Solstice von Honeywell.

R744 (CO₂) – die Nischenlösung der Oberklasse

Daimler Benz hat in der S- und E-Klasse ab 2016 erste Fahrzeuge mit Kohlendioxid als Kältemittel vorgestellt. CO₂ hat zwar ein sehr geringes Treibhauspotenzial, erfordert jedoch deutlich höhere Systemdrücke und spezielle Komponenten. Deshalb ist R744 bislang nur in wenigen Fahrzeugmodellen verbreitet.

Das richtige Kältemittel finden

Das korrekte Kältemittel für Ihr Fahrzeug finden Sie in erster Linie:

  1. Im Fahrzeugschein (Typenschild)
  2. Im Motorraum auf einem Aufkleber am Kondensator oder Kompressor
  3. In der Betriebsanleitung des Fahrzeugs
  4. Beim Hersteller oder einer zertifizierten Fachwerkstatt

Wichtig: Kältemittel dürfen grundsätzlich nicht gemischt werden. Das Einfüllen des falschen Mittels kann das gesamte Klimasystem beschädigen und führt außerdem zu rechtlichen Problemen.

Welche Symptome zeigen einen niedrigen Kältemittelstand an?

Häufig bemerken Autofahrer den sinkenden Kältemittelstand erst dann, wenn die Klimaanlage spürbar schlechter kühlt. Dabei gibt es jedoch bereits früher deutliche Warnsignale, auf die Sie achten sollten:

  • Schwache oder warme Luft aus den Lüftungsdüsen, obwohl die Klimaanlage eingeschaltet ist
  • Längere Anlaufzeit bis zur ersten kühlen Luft im Innenraum
  • Ungewöhnliche Geräusche vom Kompressor, insbesondere ein Klacken oder Rattern beim Einschalten
  • Schlechte Entfeuchtungsleistung, wodurch Scheiben bei Feuchtigkeit schlechter frei werden
  • Kontrollleuchte für die Klimaanlage leuchtet auf (bei modernen Fahrzeugen)

Zudem sollten Sie wissen: Kältemittelverluste entstehen meist schleichend. Pro Jahr entweichen rund 8–10 % durch winzige Undichtigkeiten an Dichtungen, Leitungen oder Anschlüssen – auch ohne äußere Schäden. Größere Verluste über 40 % deuten auf ein Leck hin, oft verursacht durch Steinschläge, Korrosion oder Unfälle. Besonders anfällig ist der Kondensator, der vorne im Fahrzeug sitzt und mechanischen Einflüssen stark ausgesetzt ist.

Deshalb gilt: Warten Sie nicht auf einen vollständigen Ausfall. Stattdessen sollten Sie bei den ersten Anzeichen einer nachlassenden Kühlleistung umgehend einen Klimacheck vereinbaren.

Was passiert, wenn zu wenig Kältemittel im System ist?

Ein zu niedriger Kältemittelstand ist nicht nur unangenehm – er kann außerdem erhebliche und kostspielige Schäden verursachen. Schon eine kleine Menge an fehlendem Kältemittel kann zu Überhitzung, erhöhtem Abrieb und schlussendlich zu einem Kompressorschaden führen.

Ein zu geringer Kältemittelstand kann die Schmierung des Kompressors beeinträchtigen und langfristig das gesamte Klimasystem beschädigen. Das liegt daran, dass das Kältemittel auch als Schmiermittel für den Kompressor dient und Schmierstoffe im Kreislauf mitführt. Ohne ausreichend Kältemittel läuft der Kompressor sozusagen „trocken“.

Im schlimmsten Fall vertrocknet die Klimaanlage zur „Leeranlage“ mit umfangreichen Folgearbeiten, die dann in einer Werkstatt durchgeführt werden müssen. Ein Kompressortausch kostet dabei schnell mehrere Hundert bis über tausend Euro – erheblich mehr als ein regelmäßiger Klimaservice.

Klimaservice in der Werkstatt: So läuft der professionelle Ablauf

Der professionelle Klimaservice in einer Fachwerkstatt umfasst weit mehr als nur das Nachfüllen von Kältemittel. Stattdessen wird eine umfangreiche Inspektion und Wartung durchgeführt, die folgende Schritte beinhaltet:

1. Dichtigkeitsprüfung
Zunächst prüft der Fachmann das System auf Undichtigkeiten. Dafür wird ein spezielles Lecksuchgerät eingesetzt, das selbst kleinste Leckagen aufspürt. Ohne diesen Schritt wäre das Nachfüllen sinnlos, weil das Kältemittel erneut entweichen würde.

2. Absaugen des alten Kältemittels
Das noch vorhandene Kältemittel wird aus dem System abgesaugt und – sofern es noch verwendbar ist – recycelt. Dieser Schritt ist gesetzlich vorgeschrieben, um ein unkontrolliertes Entweichen des klimaschädlichen Gases zu verhindern.

3. Vakuumisierung des Systems
Anschließend wird das Klimasystem mit einer Vakuumpumpe evakuiert. Dadurch werden Feuchtigkeit und Luftreste entfernt, die das System schädigen könnten.

4. Befüllung mit dem korrekten Kältemittel
Nun wird das System mit der vom Hersteller vorgeschriebenen Menge des richtigen Kältemittels befüllt – auf das Gramm genau, mithilfe einer geeichten Klimaservicestation.

5. Funktionsprüfung
Abschließend überprüft der Techniker den Betrieb der Klimaanlage, kontrolliert Druck- und Temperaturwerte und stellt sicher, dass alles korrekt funktioniert.

Empfehlung: Beauftragen Sie für den Klimaservice eine zertifizierte Fachwerkstatt – zum Beispiel A.T.U (über 530 Filialen deutschlandweit), HUK-Autoservice, Bosch Car Service oder den Vertragshändler Ihres Fahrzeugherstellers. Alle diese Anbieter setzen zertifizierte Klimaservicegeräte (z. B. von Robinair oder Dometic Waeco) ein und beschäftigen nach der EU-Chemikalienverordnung (EG) Nr. 842/2006 geschultes Fachpersonal.

Warum das Kältemittel selbst nachfüllen keine gute Idee ist

Im Handel sind sogenannte Nachfüllsets erhältlich, mit denen Autofahrer das Kältemittel selbst auffüllen können. Produkte wie das EasyKlima-Set oder ähnliche Kits versprechen eine einfache Lösung. Dennoch raten Experten entschieden davon ab – und das aus mehreren triftigen Gründen:

Rechtliche Gründe: Das eigenständige Nachfüllen von Kühlmittel ist seit 2008 verboten. Wer ohne entsprechende Zertifizierung mit F-Gasen umgeht, riskiert empfindliche Bußgelder.

Umweltgründe: Kältemittel haben einen enormen Einfluss auf die Umwelt und unser Klima. Rückstände von entwichenem Kältemittel (in Form von Gas) können Jahrhunderte in der Atmosphäre bleiben und den Treibhauseffekt fördern.

Gesundheitsgründe: Kältemittel sind hochgradig giftig und wirken extrem ätzend auf Haut und Lungengewebe. Allein durch diese Gefahr und die Frage nach der richtigen Lagerung gehört der Umgang mit Kältemittel in die Hände von Fachwerkstätten.

Technische Gründe: Das Befüllen einer Kfz-Klimaanlage erfordert nicht nur Spezialgeräte, sondern auch Fachwissen und Erfahrung. Kfz-Mechatroniker haben das fachgerechte Befüllen von Klimaanlagen in einer eigenen Schulung samt Prüfung erlernt.

Immer wieder schätzen Laien den Kühlmittelbedarf ihrer Klimaanlage falsch ein, wobei es meistens zur dauerhaften Unterfüllung mit teuren Folgeschäden kommt. Einige Kältemittel sind hochgradig brand- und explosionsgefährlich.

Zusammenfassend gilt deshalb: Das Nachfüllen von Kältemittel ist kein Do-it-yourself-Projekt und sollte ausnahmslos dem Fachmann überlassen werden.

Was kostet der Klimaservice mit Kältemittel nachfüllen?

Die Kosten für den professionellen Klimaservice variieren je nach Fahrzeug, Werkstatt und verwendetem Kältemittel. Dennoch lassen sich folgende Richtwerte nennen:

LeistungUngefähre Kosten
Klimacheck (ohne Nachfüllen)20–40 Euro
Klimaservice mit R134a-Nachfüllung50–100 Euro
Klimaservice mit R1234yf-Nachfüllung80–200 Euro
Leckagesuche und -reparatur (zusätzlich)50–300 Euro
Kondensatortausch200–600 Euro

Das Nachfüllen einer Autoklimaanlage kostet in der Regel zwischen 80 und 200 Euro, abhängig vom Fahrzeugtyp, der Kältemittelmenge und dem verwendeten Mittel (R134a ist günstiger als R1234yf).

Zusätzlich empfiehlt sich, bei einem Klimaservice gleichzeitig den Innenraumfilter wechseln zu lassen. Dieser filtert Feinstaub, Pollen und Bakterien aus der Luft und sollte mindestens einmal pro Jahr getauscht werden. Die Kosten dafür liegen meist zwischen 20 und 60 Euro.

Empfohlene Vorgehensweisen für eine lange Lebensdauer der Autoklimaanlage

Damit Ihre Klimaanlage möglichst lange einwandfrei funktioniert, sollten Sie folgende Punkte beachten:

Regelmäßig betreiben: Betreiben Sie die Klimaanlage auch im Winter mindestens einmal im Monat für etwa 10 Minuten. Dadurch bleiben die Dichtungen geschmeidig und der Kompressor wird vor Trockenschäden geschützt.

Klimaanlage langsam hochregeln: Schalten Sie die Klimaanlage im Sommer nicht sofort auf die niedrigste Temperaturstufe. Stattdessen sollten Sie sie stufenweise regulieren, um das System zu schonen.

Innenraumfilter regelmäßig wechseln: Der Innenraumfilter (auch Pollenfilter genannt) sollte mindestens einmal jährlich – idealerweise vor der Sommersaison – gewechselt werden. Empfehlenswerte Produkte dafür sind zum Beispiel MANN-FILTER CUK (mit Aktivkohle) oder Bosch Cabin Air Filter, die jeweils fahrzeugspezifisch erhältlich sind.

Jährliche Desinfektion: Wenn die Klimaanlage unangenehm riecht, liegt dies meist an Pilzen und Bakterien, die sich zwischen Verdampfer und Gebläse festsetzen. Diese sind nicht nur für die Klimaanlage schädlich, sondern auch für Ihre Gesundheit. Deshalb ist es wichtig, dass die Klimaanlagen-Desinfektion jährlich erfolgt.

Empfehlenswert für die Desinfektion ist das Liqui Moly 4066 Klima-Anlagen-Reiniger oder das Würth Klima-Anlagenreiniger-Set. Diese Sprays werden in das Ansaugsystem eingebracht und bekämpfen Keime und Schimmelsporen zuverlässig. Die Anleitung ist dabei einfach: Motor und Klimaanlage einschalten, Spray in das Frischluftgitter vor der Windschutzscheibe (außen) sprühen, 10 Minuten auf Umluft laufen lassen, danach kurz lüften.

Frühzeitig zur Werkstatt: Zeigt die Klimaanlage erste Schwächesymptome, sollten Sie außerdem nicht zuwarten. Frühzeitiges Handeln verhindert teure Folgeschäden.

Klimaservice: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Grundsätzlich ist ein Klimaservice zu jeder Jahreszeit möglich. Erfahrungsgemäß empfiehlt es sich jedoch, die Wartung vor der Hauptsaison im Frühjahr (März bis Mai) durchzuführen. Dadurch stehen Sie im Sommer nicht vor einem defekten System. Außerdem sind die Werkstätten in dieser Zeit oft noch weniger ausgelastet als im Hochsommer, wenn plötzlich viele Fahrzeuge gleichzeitig ausfallen.

Wenn Sie das nächste Wartungsintervall nicht vergessen möchten, können Sie sich einfach eine jährliche Erinnerung im Kalender setzen – am besten für März oder April. Moderne Fahrzeuge erinnern Sie über das Bordcomputer-Menü an fällige Serviceintervalle; die Klimaanlage ist dabei jedoch oft nicht automatisch berücksichtigt, weshalb Sie selbst die Initiative ergreifen sollten.

Klimaanlage und Kältemittel: Was sagt die Gesetzeslage in Deutschland?

Der Umgang mit Kältemitteln ist in Deutschland und der gesamten EU streng reguliert. Folgende rechtliche Rahmenbedingungen sind besonders relevant:

EU-Verordnung (EU) Nr. 517/2014 (F-Gase-Verordnung): Diese Verordnung regelt den Umgang mit fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen) und schreibt vor, dass nur zertifizierte Betriebe und Personen mit diesen Stoffen arbeiten dürfen. Außerdem enthält sie ein schrittweises Verbot bestimmter Kältemittel mit hohem GWP-Wert.

Verbot von R134a in Neufahrzeugen: Seit dem 1. Januar 2017 darf R134a in keinem neu zugelassenen Fahrzeug in der EU mehr verwendet werden. Ältere Fahrzeuge dürfen jedoch weiterhin damit betrieben werden.

Eigenständiges Nachfüllen verboten: Wie bereits erwähnt, ist das eigenständige Nachfüllen von Kältemittel durch Laien in Deutschland seit 2008 untersagt. Wer dagegen verstößt, kann mit empfindlichen Bußgeldern belegt werden.

Deshalb sollten Sie grundsätzlich darauf vertrauen, dass eine seriöse Fachwerkstatt alle gesetzlichen Vorgaben einhält und entsprechend zertifiziertes Personal einsetzt.

Elektrofahrzeuge und Kältemittel: Was ist anders?

Auch Elektroautos (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) besitzen Klimaanlagen, die Kältemittel benötigen. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass bei Elektrofahrzeugen das Klimasystem häufig auch zur Temperierung der Hochvoltbatterie eingesetzt wird. Dadurch ist das System komplexer und der Klimaservice erfordert besondere Fachkenntnisse sowie spezielle Werkzeuge.

Viele Elektrofahrzeuge – darunter zum Beispiel Tesla Model 3, VW ID.3, BMW i4 oder Hyundai IONIQ 6 – nutzen ebenfalls R1234yf als Kältemittel. Deshalb gelten dieselben Wartungsempfehlungen wie für konventionelle Fahrzeuge: einmal jährlich den Klimacheck, bei Bedarf alle zwei Jahre das Kältemittel nachfüllen lassen.

Wichtig: Bei Elektrofahrzeugen sollte der Klimaservice ausschließlich in einer Werkstatt mit Hochvoltzertifizierung durchgeführt werden, da das Kühlsystem mit dem Hochvoltstrang des Fahrzeugs verbunden sein kann.

Häufige Fragen zum Kältemittel der Autoklimaanlage

Wie oft sollte ich das Kältemittel meiner Autoklimaanlage nachfüllen lassen?

Alle zwei Jahre sollten Sie das Kältemittel Ihrer Autoklimaanlage nachfüllen lassen. Zusätzlich empfiehlt sich ein jährlicher Klimacheck, damit ein Fachmann den Füllstand kontrolliert und eventuelle Leckagen frühzeitig erkennt. Bei älteren oder stark genutzten Fahrzeugen kann ein kürzerer Nachfüllintervall sinnvoll sein.

Kann ich das Kältemittel selbst nachfüllen?

Nein. Das eigenständige Nachfüllen von Kältemittel ist in Deutschland seit 2008 verboten und außerdem aus technischen, gesundheitlichen und umweltrechtlichen Gründen nicht empfehlenswert. Wer die Klimaanlage trotzdem selbst befüllen möchte, sollte die Anleitung der Kühlmittelhersteller genau befolgen und besonders vorsichtig sein – das Ausprobieren der Methode geschieht jedoch auf eigenes Risiko.

Welches Kältemittel braucht mein Auto?

Das hängt vom Baujahr und Fahrzeugmodell ab. Fahrzeuge, die vor 2017 erstmals zugelassen wurden, verwenden in der Regel R134a. Neuere Fahrzeuge sind mit R1234yf befüllt. Das korrekte Kältemittel finden Sie auf dem Typenschild im Motorraum, in der Betriebsanleitung oder bei Ihrer Fachwerkstatt.

Was kostet es, das Kältemittel der Autoklimaanlage nachfüllen zu lassen?

Das Nachfüllen einer Autoklimaanlage kostet in der Regel zwischen 80 und 200 Euro, abhängig vom Fahrzeugtyp, der Kältemittelmenge und dem verwendeten Mittel. R134a ist dabei günstiger als das neuere R1234yf. Sollte zudem eine Leckage behoben werden müssen, fallen zusätzliche Reparaturkosten an.

Was passiert, wenn ich zu lange warte und kein Kältemittel nachfülle?

Schon eine kleine Menge an fehlendem Kältemittel kann zu Überhitzung, erhöhtem Abrieb und schlussendlich zu einem Kompressorschaden führen. Außerdem beeinträchtigt ein zu niedriger Kältemittelstand die Entfeuchtungsleistung, wodurch die Scheiben schlechter frei werden. Im schlimmsten Fall muss das gesamte Klimasystem erneuert werden.

Woran erkenne ich, dass das Kältemittel meiner Autoklimaanlage nachgefüllt werden muss?

Typische Anzeichen sind eine spürbar nachlassende Kühlleistung, warme Luft aus den Lüftungsdüsen trotz eingeschalteter Klimaanlage, ungewöhnliche Geräusche vom Kompressor sowie schlechte Entfeuchtungsleistung. Außerdem kann eine Kontrollleuchte im Armaturenbrett auf ein Problem hinweisen. Deshalb sollten Sie bei diesen Symptomen umgehend einen Klimacheck veranlassen.

Muss die Klimaanlage auch im Winter gewartet werden?

Ein Klimaservice kann zwar ganzjährig durchgeführt werden. Dennoch empfiehlt sich die Wartung idealerweise vor der Sommersaison im Frühjahr. Außerdem sollten Sie die Klimaanlage auch im Winter gelegentlich betreiben, um Dichtungen und Kompressor in einem guten Zustand zu halten.

Darf das Kältemittel R134a durch R1234yf ersetzt werden?

Nein. Nicht alle Klimaflüssigkeiten sind miteinander kompatibel. Ein Wechsel des Kältemitteltyps ist technisch und rechtlich nicht zulässig und kann das Klimasystem beschädigen. Das Fahrzeug muss grundsätzlich mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Kältemittel befüllt werden.

Wie lange dauert ein professioneller Klimaservice?

In der Regel dauert ein vollständiger Klimaservice in der Werkstatt zwischen 30 und 90 Minuten – je nachdem, ob zusätzliche Reparaturen erforderlich sind. Einfache Nachfüllarbeiten ohne Leckagereparatur sind meist in einer halben Stunde erledigt.

Gilt die Klimawartung auch für Elektroautos und Hybridfahrzeuge?

Ja, auch Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride benötigen regelmäßige Klimaservices. Zusätzlich ist bei diesen Fahrzeugen zu beachten, dass der Service in einer Hochvolt-zertifizierten Werkstatt durchgeführt werden sollte, da das Klimasystem unter Umständen mit dem Hochvoltstrang des Fahrzeugs verbunden ist.

Fazit

Das Kältemittel der Autoklimaanlage sollte mindestens alle zwei Jahre durch einen professionellen Klimaservice aufgefüllt werden. Ein jährlicher Klimacheck gibt zusätzliche Sicherheit. Deshalb gilt: Nicht warten, bis die Kühlung ganz ausfällt – denn dann drohen teure Kompressorschäden.

Das Nachfüllen gehört ausnahmslos in die Hände einer zertifizierten Fachwerkstatt. Außerdem sollten Sie regelmäßig den Innenraumfilter wechseln und die Klimaanlage auch im Winter gelegentlich betreiben. So bleibt Ihre Klimaanlage lange leistungsfähig und zuverlässig.